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HTL Steyr - Jahresbericht 1998/99 |
FOL Brigitta Thalhammer
Pensionierung
Obwohl ihre besondere Liebe dem Zeichnen galt, (beim
Landeszeichenwettbewerb war sie Preisträgerin als einzige ihrer Schule) führte
sie ihr Lebensweg vorerst auf die Handelsschule, dann als Buchhalterin in die
damalige "Hofer"- Eisen- und Baustoffhandlung und weiter als Chefsekretärin zu
einer Steuerberatungsfirma.
Nach zehn Berufsjahren erfüllte sie sich ihren langgehegten Wunsch und begann als Gastschülerin in der Blümelhubervilla das Handwerk der Goldschmiede zu erlernen. An schulfreien Nachmittagen und Wochenenden arbeitete sie weiterhin, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es folgten Praxisjahre bei der damals für modernen zeitgenössischen Schmuck bekannten Firma "Drobny" in Linz.
Wieder zurück in Steyr, gehörten bei Firma "Schmollgruber" neben Entwurf und Ausfertigung von Schmuck auch die Kundenberatung und der Einkauf von Edelsteinen zu ihrem Aufgabenbereich. Nach Ablegen der Meisterprüfung konnte sie endlich das langersehnte eigene Atelier eröffnen.
Bald darauf wurde sie in den Ausschuss der Goldschmiedeinnung und in die Meisterprüfungskommission berufen. 1981 wurde sie von Kollegen Mag. Alfons Stimpfl für den Schuldienst gewonnen.
Neben Atelier und Werkstätte unterrichtete sie auch Entwurfzeichnen und Modellieren. Großen Wert legte Brigitta auf Praxisnähe; besonders liebte sie das Schmieden von Silber und die Verwendung von Edelsteinen, von denen sie eine mit Kennerblick ausgewählte, reichhaltige Sammlung besitzt.
Ihre besonderen pädagogischen Fähigkeiten zeigten sich im Hinführen ihrer Schüler zu selbständigem Arbeiten. So war es ihr ein Bedürfnis immer wieder auf die Ideen der Schüler einzugehen. Durch Vorzeichnen und gleichzeitiges Erklären vermittelte sie stets Möglichkeiten der Variation. Auch bereits hergestellte Schmuckteile und edle Steine wurden immer wieder verschoben und neu arrangiert - erst allmählich entstand die endgültige Form. Diese kreative Arbeitsweise förderte die Entwicklung der gestalterischen Fähigkeiten ihrer Schüler sehr.
Sensibilität spiegelte sich auch im Umgang mit den Schülern wider. Selbst bei Problemen privater Natur fand sie stets Zeit um mit Rat und Tat zu helfen, unter dem Motto: "Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen." (Eschenbach). Ihre fürsorgliche mütterliche Art war bei allen sehr geschätzt.
Besondere Freude bereiteten ihr die Abschiedsgeschenke ihrer Schüler u.a. ein Silberkollier, dessen Einzelteile von jeweils einem Schüler gestaltet und ausgeführt wurden.
Für die Zukunft wünschen wir dir, liebe Brigitta, noch viele schöne Jahre bei guter Gesundheit und Freude an Kunst, Natur und deinen geliebten Tieren.
FL Bärbel Hofer-Postuvanschitz
(Jahresbericht HTL Steyr 1998/99)
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webmaster/11.02.2000 |