HTL Steyr - Jahresbericht 1999/00


Pensionierungen
Prof. OStR Dipl.-Ing. Adolf Staufer

Wie erwartet ist Adolf Staufer mit seiner Pensionierung noch nicht in den Ruhestand getreten, sondern hat seinen Arbeitsplatz von unserer Schule in das „Museum im Dorf“ in Molln verlegt. Dieser Schritt ist ebenso typisch für seine Vielseitigkeit und Aktivität wie der Ausspruch: „Je mehr mi was hunzt, umso mehr taugt‘s ma“: „Hunzen“= Schwierigkeiten bereiten.

Adolf Staufer legte seine Matura an der Arbeitermittelschule in Linz ab. An der Technischen Universität in Wien studierte er Technische Physik und war ab 1968 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Reaktortechnik des Forschungszentrums Seibersdorf. Ab 1970 war er 10 Jahre lang Leiter der Forschung und Entwicklung der Sport AG (Fischer, Kästle, Dynafit, Löffler). Seinen Dienst an der Höheren Abteilung für Elektronik der HTL Steyr trat er im Februar 1981 an. Sehr innovativ und praxisnah gestaltete er seinen Unterricht in den Gegenständen „Mess- Steuerungs- und Regelungstechnik“ sowie „Technische Informatik“ und „Labor“. In der Erinnerung taucht etwa auf, dass sich Adolf Staufer bereits vor der Einführung der Personalcomputer mit den legendären VC20 und C64 Mikro-Computern in der elektronischen Messdatenverarbeitung engagiert und zum Beispiel mit einer Schülergruppe das Laborprojekt „Motorprüfstand“ erarbeitet und in das Betriebslabor integriert hat. Damals haben mehrere Jahrgänge von Schülern der Höheren Abteilung für Fahrzeugtechnik erstmals mit einem C64 und mit sehr geringem finanziellem Aufwand die indizierte Leistung von Benzinmotoren gemessen.

Mit Adolf Staufer hat allerdings nicht nur ein Vollbluttechniker die HTL Steyr verlassen, sondern auch ein Lehrer, dem die Entwicklung der Teamfähigkeit seiner Schüler immer besonders am Herzen gelegen ist und der die Gruppenarbeit mit genau definierten Schnittstellen besonders gefördert hat. Die Kollegenschaft hat Adolf Staufer bei unzähligen Pausengesprächen als sehr vielseitig interessierten und temperamentvollen Gesprächspartner schätzen gelernt. Am Montag nach der letzten Nationalratswahl ist es in der Kaffeerunde der Elektroniker ungewöhnlich ruhig gewesen, bis ein Kollege den Hinweis gegeben hat: „Der Adi ist nicht mehr da!“

Adolf Staufer möge sein beeindruckendes Wissen aus dem Bereich der Geschichte, der Heimatkunde und insbesondere der alten Handwerkstraditionen noch lange Zeit mit Energie und Idealismus im „Museum im Dorf“ einsetzen. Wir werden ihn gerne an seiner neuen Wirkungsstätte besuchen!

Dipl.-Ing. Horst Untersmayr
(Jahresbericht HTL Steyr 1999/00, Seite 25)


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