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HTL
Steyr - Jahresbericht 2000/01 |
Bericht des Direktors
Die Effizienz des Werkstättenunterrichtes
OStR Dipl.-Ing.
Horst Untersmayr
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Am Anfang des Schuljahres, der Schulbetrieb war gerade in Schwung gekommen, haben Beamte des Rechnungshofes unsere Schule und auch einige andere HTLs in Oberösterreich besucht. Im Zentrum ihres Interesses sind der Werkstättenunterricht und die Kontakte der HTL Steyr zur Industrie gestanden. Es war nicht zu übersehen: Die "öffentliche Hand" hat sich auch im HTL-Bereich dem Sparen verschrieben und ist auf der Suche nach kostenintensiven Unterrichtsgegenständen mit Einsparungspotential. |
Aktuelle Situation
Die Unterrichtsgegenstände "Werkstätte" bzw. "Atelier und Werkstätte" sind maßgebend dafür, dass sich die HTLs sowie die technischen und kunsthandwerklichen Fachschulen gravierend von den anderen berufsbildenden Schulen unterscheiden. Die meisten Schüler erleben diese Gegenstände als eine willkommene Abwechslung und Ergänzung zum Theorieunterricht, für den Schulerhalter fällt allerdings der erhöhte Personal- und Sachaufwand besonders ins Gewicht. In den Werkstätten wird aus pädagogischen- und Sicherheitsgründen in kleinen Gruppen (6-12 Schüler pro Lehrer) unterrichtet. Außerdem müssen besondere Betriebsräume, Werkzeuge, Maschinen und Anlagen bereitgestellt und auf aktuellem technischen Stand gehalten werden. Dieser zusätzliche Aufwand im Vergleich zu den meisten Theoriegegenständen hat die Aufmerksamkeit der "Budgetsanierer" geweckt. Daher ist der Rechnungshof mit der Prüfung der Effizienz des Werkstättenunterrichtes beauftragt worden. Die Veröffentlichung des Ergebnisses ist Ende Juni 2001 zu erwarten.
Die Ziele des Werkstättenunterrichtes sind in der Bildungs- und Lehraufgabe in den Lehrplänen festgelegt und bilden eine tragende Säule der praxisnahen Ingenieur- und Technikerausbildung:
Der Schüler soll den Praxisbezug durch konstruktive Gestaltung, Design und Herstellung branchenüblicher Produkte vertieft erfahren. Er soll die dafür notwendigen facheinschlägigen praktischen Tätigkeiten beherrschen.
Die vertiefte Erfahrung des Praxisbezuges wird in den Werkstätten unter anderem durch die Aktivierung der "Intelligenz der Hand" erzielt. Der Schüler begreift den Zusammenhang zwischen konstruktiver Gestaltung und Fertigung, wenn er nach Werkstattzeichnungen Bauteile fertigt und montiert. Auch das räumliche Vorstellungsvermögen wird dabei trainiert und verfeinert. Es ist aber ein Mindestmaß an Unterrichtszeit erforderlich, damit die Handhabung der Werkzeuge und Maschinen automatisiert wird, sich also handfeste Erfahrung entwickeln kann. Eine Schülerzahl, die Teamarbeit zulässt, ist eine weitere Voraussetzung für ertragreichen Werkstättenunterricht. Der Lehrer führt das Team und zeigt vor, "wie es geht". Er instruiert direkt und persönlich. Die Schüler vertrauen auf die Kompetenz des Lehrers und identifizieren sich mit ihrer Arbeit und den selbst gefertigten Produkten. Sie gewinnen dadurch auch für die Anforderungen des Theorieunterrichtes Selbstvertrauen und Sicherheit und werden zu neuen Ideen und eigenständiger Arbeit ermuntert.
Neben guten Fachkenntnissen können diesen Praxisbezug die künftigen Arbeitgeber aus der gewerblichen Wirtschaft und der Industrie von den HTL-Absolventen erwarten. Dazu auch Kreativität, also die Fähigkeit, eigenständig neue Lösungen für anspruchsvolle Aufgaben zu finden.
Ich danke allen Lehrern der HTL Steyr, die mit ihrer engagierten Arbeit in den Werkstätten ihre Beiträge zur Sicherung der Effizienz des Werkstättenunterrichtes leisten. Eine sehr wertvolle Ergänzung ist auch die Zusammenarbeit zwischen Theorie- und Werkstättenlehrern im Rahmen des Projektunterrichtes. In der Zukunft wird es notwendig sein, durch weiterhin verstärkte Öffentlichkeitsarbeit die Leistungen des praktischen Unterrichtes stärker bewusst zu machen und klarzustellen, dass in den Werkstätten kein Potential für Einsparungen vorhanden ist.
Abschließend verweise ich auf das Buch von Frank R. Wilson: "Die Hand - Geniestreich der Evolution, ihr Einfluss auf Gehirn, Sprache und Kultur des Menschen".
OStR Dipl.-Ing. Horst Untersmayr
(Direktor)
(siehe Jahresbericht der HTL Steyr 2000/2001,
Seite 6)
| webmaster/26.02.2002 |