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HTL
Steyr - Jahresbericht 2000/01 |
Diplomarbeit ABARTH 2000
Andreas Frühwirth, Sabine Madlmayr und Stefan Polly
(Schüler der 5BHK)
Diese
Diplomarbeit hatte die originalgetreue Nachfertigung des Motorblocks Typ 236
vom legendären Sportwagen ABARTH Simca 2000 zum Gegenstand. Wir übernahmen
das Projekt im Herbst 2000 von Herrn Thomas Kritzinger
und Herrn Thomas Fragner, die beide Absolventen unserer Schule sind und uns
während der Projektlaufzeit bei Problemen immer zur Seite standen.
Kerne:
In der Anfangsphase beschäftigten wir uns mit der Konstruktion der 3D-Kerne.
Eine große Herausforderung für uns waren die Kernmarken, deren Aufgabe die
Kernlagerung ist. Konstruiert wurde auf dem 3D-System ProEngineer in der
Version 20. Parallel zu den Kernen wurde der letzte originale Motorblock ein
zweites Mal vermessen, um eine lückenlose Maßkontrolle zu gewährleisten.
Über ein 3D-Rohteil und Fertigteil überprüften wir die Mindestwandstärken,
Ausformschrägen und Radien.
Rapid
Prototyping Modelle: In der letzen Phase der Konstruktion fertigten
wir mit Hilfe der Sponsoren Bombardier
Rotax und Kerbl
Modellbau Maisstärke und LOM-Modelle an. Anhand dieser Modelle
konnten wir letzte Verbesserungen an den Kernen durchführen. |
Werkzeuge:
Aus den 3D-Modellen erstellten wir die Kernkästen und frästen mittels CAM
die Werkzeuge zum kleineren Teil in der schuleigenen Werkstätte und zum
Großteil bei der Firma Kerbl
Modellbau. Das Material wurde uns kostenlos von der Firma Vantico
zur Verfügung gestellt. Wir nutzten alle vorhandenen Kapazitäten in der
Schule bestmöglich aus, stießen aber bald an die Grenzen der
CNC-Fräsmaschine. Anschließend erfolgte der nächste Schritt: das Finishen
der Werkzeughälften. In den Osterferien wurden die Werkzeughälften
geschliffen und lackiert.
Kernfertigung:
Die Firma SLR-Gusswerk II
unterstützte uns bei der Kernfertigung. Außer dem Wassermantelkern wurden
alle Kerne bei SLR gefertigt. Aufgrund der teilweise sehr geringen
Wandstärken war dies vor allem bei den Ölkanälen kein leichtes Unterfangen.
Große Sorgen bereitete uns der Wassermantelkern. Dieser war für das
ColdBox-Verfahren zu dünnwandig, ein HotBox-Werkzeug war aber aus
Kostengründen nicht realisierbar. Letztendlich entschieden wir uns dafür,
diesen Kern als Lasersinterkern auszuführen, den uns VAW
Mandl&Berger sponserte. Diese Lösung ist bei geringer Stückzahl von
Vorteil, da kein Werkzeug benötigt wird. Für die Zukunft ist aber eine
Alternative zu überlegen.
1.Abguss:
Am 24. April 2001 war endlich der große Tag gekommen. Unser Motorblock sollte
abgegossen werden. Zu diesem Zweck fand sich das Projektteam zeitig in der
Früh bei einem weiteren Sponsor ein, der Firma Wagner
Schmelztechnik. Wir erwarteten mit großer Spannung das Einlegen der
Kerne, da man erst im letzten Moment sicher sein kann, dass wir auch keinen
Fehler gemacht hatten. Trotz großer Skepsis von manchen Fachleuten ist uns
auch beim Highlight dieses Tages, dem Abguss, kein Kern gebrochen. Mit diesem
ersten Motorblock setzten wir eine Punktlandung gerade noch rechtzeitig vor
der Projektpräsentation am 27. April 2001.
Projektorganisation:
Ohne eine professionelle Organisation können Projekte wie dieses kaum so
erfolgreich abgeschlossen werden. Besonders die Kommunikation innerhalb des
Teams, aber auch nach außen zur Industrie und den Betreuern ist von großer
Bedeutung. Die Kommunikation erfolgte via E-Mail, weil damit rasch
Informationen ausgetauscht werden können. Die Projektplanung wurde mit MS
Project durchgeführt. Mit Hilfe einer guten Aufgabenverteilung innerhalb des
Teams wurde die Zusammenarbeit erleichtert und die Zuständigkeiten
klargestellt.
Abschließend sei noch allen Sponsoren und unserem Auftraggeber, Herrn Ing. Horst Pichler, gedankt. Ein besonderer Dank gilt jedoch unseren Lehrern, vor allem Dipl.-Ing. Alfred Benedetto, Dipl.-Ing. Dr. Bruno Losbichler, FL Gerhard Riepel, FOL Leopold Wiesinger und Dipl.-Ing. Engelbert Wührer.
Andreas Frühwirth, Sabine
Madlmayr und Stefan Polly
(Schüler der 5BHK)
(siehe Jahresbericht der HTL Steyr 2000/2001,
Seite 56)
| webmaster/24.02.2002 |