HTL Steyr - Jahresbericht 2001/02
Allgemeiner Teil


OSTR Dipl.-Ing. Horst Untersmayr
Mensch, Techniker, Lehrer, ...
Pensionierung
 

Unter dieses Motto hat die Personalvertretung die Abschiedsfeier anlässlich der Pensionierung des langjährigen Abteilungsvorstandes der Abteilung für Elektronik gestellt. 

Als Dipl.-Ing. Untersmayr im Jahr 1972 von der Post in Linz zum ersten Mal in die HTL nach Steyr kam, befand sich die Schule gerade in einer starken Umbruchsphase. 

Die E-Abteilung (für Starkstrom) lief aus und die Fachschule für Hochfrequenz- und Rundfunktechnik sollte durch eine Höhere Abteilung erweitert werden. Dieser Übergang von der traditionellen Elektrotechnik mit hohem Anteil von Energietechnik und elektrischen Maschinen zur heutigen neuesten Informationstechnologie und der Aufbau der Höheren Abteilung für Nachrichtentechnik und Elektronik sind fest mit dem Wirken von Horst Untersmayr an dieser Schule verknüpft.

Beim Aufbau der Höheren Abteilung ist er sozusagen mitgewachsen und hat federführend immer jeweils für das neue Schuljahr die Struktur, die Inhalte und die konkrete Umsetzung entwickelt.

Am 27. Mai 1977 führte er seine ersten Kandidaten der Höheren Abteilung für Nachrichtentechnik und Elektronik zur Matura.

Schon damals war der Projektgedanke ein wichtiger Bestandteil seiner Auffassung von beruflicher Bildung. Die Schüler mussten am Ende der Woche einen Teil der berechneten und entwickelten Schaltungen aufbauen und die Funktion nachweisen, wobei die am Montag berechneten Bauteile am Freitag in der Werkstätte bereitlagen.

Horst Untersmayr hat den Projektgedanken nicht nur gepredigt, er hat diesen auch gelebt. Schon früh war es für ihn selbstverständlich, auch an Wettbewerben teilzunehmen, und er hat dabei auch so manchen Preis errungen.

Seine Projekte und Laborübungen hatten dabei immer einen besonderen Touch. Ich möchte dies so beschreiben,- mit dabei war auch ständig ein „Blick über den Tellerrand der puren Elektronik hinaus". Die Themen Energieeinsatz, Energiesparen, alternative Energieformen, Umweltschutz und Maschinenbau spielten dabei neben der Elektronik wichtige Rollen.

Er hat Benzinmotoren zu Gasmotoren umgebaut, ja unter seiner Leitung ist aus einem alten Automotor ein komplettes Totem (eine Form der Kraft- Wärmekopplung) entstanden. 

Sein umfassender und bereichsübergreifender Ansatz von Lehren fällt besonders bei seinem wahrscheinlich in der Schule bekanntesten Projekt, dem Stirlingmotor, ins Auge. Nur am Rande habe ich mitbekommen, wie viele Gespräche, Versuche, Versionen und Änderungen notwendig waren, um dieses „tolle Ding" so zu entwickeln, dass es heute in den verschiedenen Werkstätten von Schülern selbst gefertigt werden kann. 

Der Motivationseffekt für die Schüler, die dann ein funktionierendes Modell mit nach Hause nehmen können, ist nicht hoch genug zu bewerten. 

Neben diesen fachlichen Leistungen sollen auch einige seiner persönlichen Eigenschaften betont werden. 

Dabei ist sicher seine Fähigkeit integrativ zu wirken hervorzuheben. Die Kaffeerunde der Abteilung - scherzhaft auch „Café Horsti" genannt - möchte keiner in der Abteilung mehr missen. Manches Problem wurde dort auf kurzem Weg gelöst oder vielleicht sogar vermieden.

Auch im abgelaufenen Schuljahr, als er die Stelle als prov. Leiter der HTL übernahm, blieb er seinem kooperativen Führungsstil treu. Es ist sicher kein Honiglecken, im letzten Jahr vor dem Ruhestand noch eine solche Aufgabe zu übernehmen, wovon der letzte Direktor gesagt hat, dass man sie nach ca. 4 Jahren routinemäßig beherrscht. Horst Untersmayr hat aber nicht nur gewartet, bis die Zeit um war, und nur das Notwendigste erledigt, er hat vielmehr aktiv die Position ausgefüllt und Akzente gesetzt. 

Als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung überreichte ihm Koll. Ellinger einige Geschenke: 

Ein besonders schön ausgeführtes Modell seines Kindes, des Stirlingmotors, den Koll. Mayr in seiner Werkstätte gefertigt hat.

Die traditionelle Krawattenspange, gefertigt durch die Abteilung für Kunsthandwerk und Design.

Und schließlich noch ein wunderschönes Drahtmodell eines Rades, gefertigt in der Elektronikwerkstätte von Koll. Viehböck, mit der Möglichkeit, es in ein großes Modell zu verwandeln.

Ing. Mag. Josef Bachlechner
(siehe Jahresbericht der HTL Steyr 2001/2002, Seite 16)


webmaster/26.04.2003