HTL Steyr -
Schulgeschichte |
Erinnerungen
an die HTL Steyr
OStR Mag. Josef Eichlseder
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1951-1983: Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft (5 Jahre) und Studium in Innsbruck war ich als Absolvent eines humanistischen Gymnasiums glücklich an der BGS (Bundesgewebeschule) Steyr eine Anstellung als MAM/Ph-Lehrer erhalten zu haben. Mir war als Sohn eines Schmiedemeisters, in dessen Werkstätte ich so manche Hilfsarbeit machen musste, und als Arbeiter in der Linzer Schiffswerft als Schlosserhelfer mit entsprechendem Arbeitszeugnis die handwerkliche Tätigkeit nicht fremd. Am 10. September 1951 begann ich meine Tätigkeit an der „Gewerbeschule“ Steyr. Die Eindrücke von damals (50er Jahre) möchte ich in Kurzform beschreiben. Nach dem Probejahr am Gymnasium war für den Unterricht an der BGS eine vollkommene Umstellung in Mathematik und Physik notwendig. Ein großer Zeitaufwand entstand durch das Nichtvorhandensein von geeigneten Lehrbüchern. Man musste den Lehrstoff zusammensuchen. |
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Auch in Physik waren kaum Lehrmittel vorhanden, da bei Kriegsende durch Zerstörung und Plünderung diese verloren gingen. Den Rest der vorhandenen Lehrmittel warfen amerikanische Soldaten einfach beim Fenster hinaus. Eine Reihe von Lehrmitteln wurde in den Lehrwerkstätten mit zum Teil noch vorhandenen Resten hergestellt. Wegen geringer Geldmittel konnten nur allmählich neue Geräte angeschafft werden.
Eine Überraschung und Enttäuschung: Aus Wien wurde eine Sendung mit Physiklehrmittel angekündigt. Welche Freude! – Bei der Lieferung mit LKW stellte sich heraus, dass dies nur Geräte waren, die in den Wiener Schulen (BGS) nicht mehr verwendet werden konnten und uns als Abfall geliefert wurden.
Direktor Hillisch hat ein strenges Regiment geführt, hat jedoch selbst mit größtem Eifer für die Schule gearbeitet. Er war täglich bis 21:00 Uhr in seiner Kanzlei. HR Hillisch war immer bestrebt Erweiterungen auf allen Gebieten zu erreichen. So war er u.a. bemüht für Schülernachwuchs zu werben: Werbeaktionen in Hauptschulen, Plakataktionen in der angrenzenden Steiermark. Daher kamen viele Neulinge aus den Ennstal und vor allem aus Eisenerz.
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Alles staunt,
Walze 1 ist schneller: |
Der lebendige
Momentensatz. |
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Quelle: Festschrift
80 Jahre Bundesgewerbeschule Steyr |
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Von den Schülern wurde relativ viel verlangt. 50 Wochenstunden Unterricht, 07:30 Unterrichtsbeginn und 17:30 Uhr Unterrichtsschluss. Die externen Schüler mussten zum Teil anstrengende Heimwege zurücklegen, sodass kaum Zeit blieb. Im damaligen Internat, das im zweiten Stock des Hauptgebäudes untergebracht war, hausten ca. 300 Schüler in Schlafsälen zu je 40 Schüler. Klassenräume dienten zum Teil als Speiseraum und als Studierraum. Für Internatsschüler folgte nach dem Abendessen noch zwei Stunden Studium. Der Schultag begann für sie mit einer halben Stunde Frühstudium. Freizeit gab es kaum.
Es gab keine Ankündigungen für Prüfungen, außer für Schularbeiten. Jeder musste jederzeit für Wiederholungen vorbereitet sein. Schüler der höheren Abteilung konnten nur dann in den 2. od. 3. Jahrgang aufsteigen, wenn sie höchstens ein Genügend hatten, andernfalls mussten sie in die 3. Klasse Fachschule.
Inzwischen sind ca. 50 Jahre vergangen. Die Schule hat eine großartige Entwicklung erfahren. Unzählige Absolventen haben seither die HTL (so heißt sie längst) verlassen, gute Berufsmöglichkeiten gefunden und in der Welt Großes geleistet. Freude kommt auf beim Wiedersehen mit ehemaligen Absolventen.
OStR Mag. Josef Eichlseder
Professor (i.R.) für Mathematik und Physik
(Unterricht an der HTL Steyr von 1951-1983)
| Kontaktperson: Andreas Schnabl | webmaster/01.05.2005 |