HTL Steyr - Jahresbericht 2003/04
Allgemeiner Teil


Motorblock ABARTH 2000 in Serienreife
Dipl.-Ing. Dr. Bruno Losbichler
 

10 Schüler der Abteilung Fahrzeugtechnik haben im Zeitraum 2000 - 2003 den Motorblock des Sportwagens ABARTH 2000 (275 PS, Bj. 1965) rekonstruiert. Jetzt ist der aus drei Maturaprojekten hervorgegangene Motorblock serienreif. Im Wintersemester 2003/04 wurden elf Blöcke abgegossen. Die ersten Runden mit diesem legendären Rennwagen werden noch in diesem Jahr um die HTL Steyr gedreht.

Vorserie von 11 Rohblöcken: Im Rahmen der Vorserie (September 2003 – Jänner 2004) wurden 11 Motorblöcke samt den erforderlichen Lagerbügeln (5 pro Block) abgegossen. Das Ergebnis lässt sich sehen: 10 Gutteile. Daran beteiligt waren: SLR Gußwerk II (Steyr), Wagner Schmelztechnik (Enns), Becker GmbH (Deutschland), Autohaus Pichler-Wels (Finanzierung), Dominik Hofmann (Absolvent der 5HKB-01/02) und die HTL Steyr.


Exkursion zu SLR Gußwerk II
 

Kernfertigung – SLR Gußwerk II: Der Kernsatz für einen Abguss besteht aus 15 Sandkernen. Diese wurden im Cold-Box Verfahren bei SLR Gußwerk II in Steyr hergestellt. Der Wassermantelkern ist eine Zulieferung der Firma Becker aus Deutschland.

Alle zur Kernfertigung notwendigen Werkzeuge sind Ergebnisse der vorangegangenen Maturaprojekte. Schüler dieses Schuljahres konnten sich bei SLR Gußwerk II über den Herstellungsprozess aller Sandkerne für den Motorblock und über die betrieblichen Abläufe in einer Gießerei informieren.

Abguss – Wagner Schmelztechnik: Eingeformt und abgegossen wurden die Motorblöcke bei Wagner Schmelztechnik in Enns. Wegen der häufig auftretenden Gasblasen musste eine neue Gusstechnik gefunden werden. Der Block wird nun am Kopf stehend eingeformt.

Viele Kernbohrungen und Luftschnüre sorgen für die Abführung der Kern- und Formluft. Gusstechnisch optimierte Zylinder- und Stirnkerne haben den Durchbruch beim Gießen gebracht. Den letzten Abguss der Vorserie verfolgten Schüler der HTL Steyr im Rahmen einer Exkursion.


Exkursion zu Wagner Schmelztechnik
 

Mechanische Vorbearbeitung: Um die Gussqualität sicher beurteilen zu können, wurden die Kopf- und Unterseite jedes Motorblocks in der schuleigenen Werkstätte bearbeitet. Gemeinsam mit Fachlehrer Peter Großauer frästen Schüler die Blöcke auf diesen beiden Seiten plan. Bei 3 Blöcken kamen nach dem Abfräsen der Gusshaut Gasblasen zum Vorschein. Die u.a. auf Gussschweißen spezialisierte Firma Kurt Würleitner half 3 Abgüsse mit Gasblasen zu reparieren. 

Dipl.-Ing. Dr. Bruno Losbichler
(siehe Jahresbericht der HTL Steyr 2003/2004, Seite 43)


Kontaktperson: Bruno Losbichler webmaster/30.07.2004